Herrsching | 19. Oktober 2020 |

EEG-Umlage bei 6,5 Ct pro kWh gedeckelt

Der Bund schießt erstmalig einen Milliardenbetrag für die Deckung der EEG-Kosten im kommenden Jahr zu. 2022 soll die EEG-Umlage weiter auf 6 Cent/kWh abgesenkt werden.

„Die Bundesregierung hat die EEG-Umlage für das Jahr 2021 auf 6,500 Cent pro Kilowattstunde festgelegt“, teilten die Übertragungsnetzbetreiber mit. Für das laufende Jahr beträgt die Umlage 6,756 Cent/kWh. Das heißt, die EEG-Umlage wird im kommenden Jahr für die Verbraucher etwas günstiger.

Möglich werde diese Senkung aber nur durch einen Zuschuss des Bundes in Höhe von 10,8 Mio. Euro, heißt es weiter. Ohne diese Mittel würde die EEG-Umlage von aktuell 6,756 Cent/kWh erheblich steigen: auf 9,651 Cent/kWh. Vor allem der Verfall der Börsenstrompreis im Zuge der Corona-Pandemie einhergehend mit einem Rückgang des Stromverbrauchs haben eine Lücke bei den Einnahmen der Übertragungsnetzbetreiber gerissen. Zum 30. September fehlten auf dem EEG-Konto bereits 4,1 Mrd. Euro.

Altmaier sieht Paradigmenwechsel

Der Milliarden-Zuschuss von 10,8 Mrd. Euro kommt zum einen aus dem im Sommer beschlossen Konjunkturprogramm der Bundesregierung im Zuge der Corona-Pandemie. Eine weitere Einnahmequelle ist die für das kommende Jahr beschlossene Besteuerung des CO2-Ausstoßes.

Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wird vor allem mit den Mitteln aus der CO2-Bepreisung ein Paradigmenwechsel eingeleitet. „Denn zusätzlich zu den Mitteln aus dem Konjunkturpaket wird die EEG-Umlage in den kommenden Jahren durch Einnahmen aus der neuen nationalen CO2-Bepreisung entlastet. Steigen diese Einnahmen, steigen auch die Entlastungen beim Strompreis.“ Als nächsten Schritt kündigte der Minister eine Absenkung der Umlage im Jahr 2022 auf 6 Cent/kWh ab.

Zuständig für die Verwaltung der EEG-Einnahmen sind die Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW. Sie rechnen 2021 mit einem Zubau von Ökostrom-Anlagen um rund 5.000 MW. „Dadurch steigt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um rund 3 Mrd. kWh auf über 228 Mrd. kWh“, heißt es aus dem Haus von Altmaier. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wird der Anstieg in erster Linie durch den weiter erstarkenden Solarzubau getrieben. „Der Zubau der Windenergie bleibt wie in den Vorjahren hinter den Zielen zurück“, heißt es von der Behörde.

Ausgaben von 34 Mrd. Euro im kommenden Jahr erwartet

Die Übertragungsnetzbetreiber gehen für 2021 von Zahlungen an die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen in Höhe von 34 Mrd. Euro aus. Aus der vorgeschriebenen Vermarktung des EEG-Stroms zu Marktpreisen an der Energiebörse EEX nehmen sie prognostizierte Erlöse in Höhe von rund 7,2 Mrd. Euro ein. „Somit müssen Förderkosten in Höhe von 26,8 Mrd. Euro durch die EEG-Umlage und den Bundeszuschuss gedeckt werden“, so die Bundesnetzagentur.

Der Kommunalverband VKU begrüßt die Deckelung der EEG-Umlage, forderte aber zugleich eine grundlegende Reform des Abgaben- und Umlagensystems. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: „Um nachhaltig eine ökologische Lenkungswirkung zu erzielen und die Kosten für Endverbraucher zu begrenzen, muss im zukünftigen Abgaben- und Umlagensystem der Faktor der CO2-Intensität eine größere Rolle spielen.“ Um die Sektorenkopplung anzureizen, müsse Strom wettbewerbsfähig zu Öl und Benzin werden. „Klar ist aber auch, dass das derzeit nicht der Fall ist: In Deutschland zählen die Strompreise für Endkunden zu den höchsten weltweit.“

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