Negative Strompreise – Wie häufig kommen negative Strompreise vor?

Negative Strompreise? Für den Strom, den man verbraucht, auch noch Geld bekommen? Es ist für viele nur schwer vorstellbar, dass man Strom verbraucht und hierfür sogar noch Geld erhält, statt für den Strom etwas zahlen zu müssen. Im Rahmen der Energiewende muss sich seit einigen Jahren die Energiewirtschaft mit dem Phänomen negativer Strompreise beschäftigen. Insbesondere stellen sich die Fragen, wie es zu negativen Strompreisen kommt und wie häufig negative Strompreise an der Strombörse vorkommen.

FAQ - Negative StrompreiseIn diesem FAQ-Beitrag des BHKW-Infozentrums wollen wir uns nicht mit der Frage beschäftigen, wie es zu negativen Strompreisen kommt – diesem Thema widmen wir uns in der zweiten Novemberwoche.
Stattdessen haben wir die Statistik durchforstet, wann und wie häufig in den Jahren 2014 und 2015 negative Strompreise in Deutschland (DE European Power Exchange) vorkamen.

Wie häufig kommen negative Strompreise vor?

Im Jahre 2014 kam es an der Strombörse in 64 Stunden zu negativen Strompreisen am Spotmarkt der EPEX**. Im Verhältnis zu den 8.760 Stunden eines Jahres wäre dies ein Anteil in Höhe von gerade einmal 0,73 Prozent. Diese negativen Stundenwerte kamen an neun Tagen im Jahr 2014 vor.

Im Jahre 2015 kam es bereits zu 126 negativen Stundenkontrakten an der Strombörse, was einem Anteil in Höhe von 1,44 Prozent entspricht. Diese negativen Stundenwerte kamen an 25 Tagen vor.
Im Zeitraum Januar bis Mitte April 2016 wurden 25 negative Stundenkontrakte registriert – und damit deutlich weniger als im Jahre 2015.

Wann kommen negative Strompreise zu Stande?

Die meisten privaten Stromverbraucher, die mit Energiehandel und Energiewirtschaft wenig zu tun haben, dürften den Zeitpunkt negativer Strompreise in den Sommermonaten vermuten. Wenn die PV-Anlagen viel Strom produzieren, aber das halbe Land im Urlaub ist, dürften viele vermuten, dass die Strompreise ins Minus drehen.

In den beiden Hochsommermonaten (Juli und August) der Jahre 2014 und 2015 gab es aber gerade einmal 6 (2014) bzw. 3 (2015) negative Stundenwerte an der Strombörse.
Das Phänomen der negativen Strompreise tritt im Sommer nahezu nicht auf – auch wenn die Berichterstattung der Medien und die Aussagen einiger politischer Vertreter ein anderes Bild zeichnen. Negative Strompreise treten an der Strombörse vorrangig im Zeitraum Spätherbst bis Frühjahr auf.

 

* Das BHKW-Infozentrum dankt der Prognos AG für die Unterstützung bei der statistischen Auswertung der Strompreise der Jahre 2014 und 2015.
** EPEX – European Power Exchange (Paris, Frankreich)

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Weiterführende Informationen

Agora Energiewende: Negative Strompreise werden häufiger

Agora Energiewende: Negative Strompreise werden häufiger

Eine Studie der Agora Energiewende aus dem Jahre 2014 zeigt, dass ein Teil der konventionellen Kraftwerke nicht auf Überangebot von Strom reagiert und es u. a. daher zu negativen Strompreisen kommt.
An der deutsch-französischen Strombörse EPEX kam es zwischen Dezember 2012 und Dezember 2013 an 97 Stunden zu negativen Strompreisen.

Weitere Informationen erhalten Sie Agora Energiewende: Negative Strompreise werden häufiger

EPEX: Negative Preise - Wie sie entstehen und was sie bedeuten

EPEX: Negative Preise - Wie sie entstehen und was sie bedeuten

FAQ-Seite der Strombörse EPEX zum Thema "Negative Preise - Wie sie entstehen und was sie bedeuten"

Weitere Informationen erhalten Sie EPEX: Negative Preise - Wie sie entstehen und was sie bedeuten

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