Wie hoch ist die Lebensdauer eines Blockheizkraftwerkes (BHKW)?

Die Investition für ein BHKW ist deutlich höher als für einen Heizkessel. Daher stellt sich in der Praxis immer wieder die Frage nach der Lebensdauer einer BHKW-Anlage? Wie lange kann ein BHKW normaler Weise betrieben werden?

Die Lebensdauer eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) ist von vielen Faktoren abhängig. Hierzu zählen u. a.

  • die Qualität des Blockheizkraftwerkes
  • die fach- und termingerechte Wartung
  • die Umgebungsbedingungen (Zuluft, Umgebungstemperatur, Vor- und Rücklauftemperatur)
  • die Höhe des Abgasgegendrucks
  • die Anzahl der Start- und Stopp-Vorgänge
  • die Fahrweise der BHKW-Anlage

Prinzipiell können motorische BHKW-Anlagen älter als 20 Jahre werden. Im Regelfall wird die Betriebsdauer der Verbrennungsmotoren  zwischen 10 Jahren und 15 Jahren liegen. Die VDI-Richtlinie 2067 „Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen“ geht bei BHKW-Anlagen von einer Betriebsdauer von 15 Jahren aus.

Mögliche Lebensdauer in Betriebsstunden

Nach 30.000 bis 60.000 Betriebsstunden wird eine Grundrevision des Motors fällig. Dabei werden entweder wichtige Teile wie z. B. die Zylinderbuchsen ausgetauscht – oder der Motor wird komplett ersetzt. Anschließend hält die BHKW-Anlage noch einmal die gleiche Betriebsstundenanzahl.

Einige Anlagen ersetzen den Motor als zentrales Element des Blockheizkraftwerkes mehrmals. Daher kommt es in der Praxis vor, dass Anlagen mehr als 20-25 Jahre in Betrieb sind.

Da sich die Effizienz der angebotenen Motoren weiter entwickelt und  durch eine Modernisiserung bzw. Ersetzung der BHKW-Anlage z. B. ein neuer Förderanspruch nach dem KWK-Gesetz entsteht, werden die meisten BHKW-Anlagen nach 10-15 Jahren außer Betrieb genommen und als gebrauchte BHKW-Anlagen insbesondere ins Ausland verkauft.

Unterschied Lebensdauer Stirlingmotor zu Verbrennungsmotor

Auf einigen Informationsseiten wird die steile These publiziert, dass Stirlingmotoren mit bis zu 100.000 Betriebsstunden deutlich länger als Verbrennungsmotoren halten würden. Theoretisch scheint für diese These einiges zu sprechen, da bei Stirlingmotoren deutlich weniger Teile verbaut werden und keine „innere Verbrennungen“ ablaufen.

In der Praxis hat sich jedoch bei den in den letzten Jahren angebotenen Stirlingmotoren in der Regel eine deutlich schlechtere Lebensdauer als bei Verbrennungsmotoren offenbart. Dies hängt aber auch damit zusammen, dass die meisten Stirlingmotoren im Mikro-KWK-Bereich, also im elektrischen Leistungsbereich unter 2 kW, angeboten werden. Dabei handelt sich um ein Leistungsbereich, der hinsichtlich der Lebensdauer nicht unbedingt mit den größeren BHKW-Anlagen gleichgesetzt werden kann.

Auswirkungen auf die BHKW-Lebensdauer

Alle Umgebungsbedingungen, die den Verschleiß anreizen, wie hohe Umgebungstemperaturen, grenzwertige Vor- und Rücklauftemperaturen und ein zu hoher Abgasgegendruck reduzieren die Lebensdauer einer BHKW-Anlage. Dies gilt voraussichtlich auch für BHKW-Anlagen mit einer sehr hohen Start-/Stoppanzahl. Besonders wichtig für einen längere Lebensdauer scheint aber die Einhaltung des Wartungsplans zu sein

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