
Wie bereits in dem Bericht "Problemfall:
Endlichkeit der Ressourcen" erwähnt, besteht aufgrund der Endlichkeit der uns zur Verfügung stehenden
Energieressourcen ein enormer Handlungsbedarf hinsichtlich einer rationellen Energienutzung.
Diese kann im Wesentlichen durch zwei Handlungsstrategien erreicht werden, welche im Idealfall kombiniert werden:
Verminderung des Energieverbrauches
effizientere Bereitstellung der benötigten Energie
Die Verminderung des Energieverbrauches kann durch eine Vielzahl möglicher
Vorgehensweisen erreicht werden. Bei bestehenden Gebäuden muß als erstes eine Analyse des Energieverbrauches durchgeführt
werden, um möglich Schwachstellen ausfindig zu machen. Anschließend werden diese Energieverluste durch Gegenmaßnahmen verringert. Dies kann durch eine bessere Wärmedämmung oder
durch Nutzung energiesparender Verbraucher (neuer Kühlschrank, Energiesparlampen,etc.) geschehen. Aber auch neue Regelungstechniken oder eine neue (organisatorische) Strategie
im Bereich der Energienutzung (z. B. Abschalten der Heizungen in Büro-/Schulgebäuden am Wochenende) kann zu erheblichen Einsparungen führen.

Der durchschnittliche Jahresnutzungsgrad der deutschen Kondensationskraftwerke betrug 1998 lediglich 35,6%
Die anschließend noch aufzubringende Energiemenge sollte möglichst effizient bereitgestellt werden. Hier bietet sich die Kraft-Wärme-Kopplung an, welche
gleichzeitig Strom und Wärme bei einer effizienten Nutzung der Primärenergie bereitstellt. Gegenüber einer getrennten Strom-
und Wärmebereitstellung weist ein Blockheizkraftwerk deshalb einen großen Effizienzvorteil auf. Bei einem Vergleich
eines Blockheizkraftwerkes mit Spitzenkessel gegenüber einer Ölheizung und einem Kohlekraftwerk erhält man nach Angaben der
Enquete-Kommission "Schutz der Erdatmosphäre" Primärenergieeinsparungen von rund 20 % (siehe Abbildung).

Auch bei der Bewertung der realisierbaren Energieeinsaprung eines BHKW-/KWK-Systems spielt die Methodik
sowie die Wahl des ungekoppelten Vergleichssystems (Kondensationskraftwerk / Etagen- und Zentralheizung) eine
entscheidende Bedeutung (siehe "Exkurs: Vergleichsszenarien").
Vergleicht man lediglich die vom stationären Motor (BHKW) bereitgestellte Energiemenge mit der Energiemenge aus einem
Kondensations-Kraftwerk mit einem elektrischen Nutzungsgrad von 40% sowie einem Heizkessel mit einem Wirkungsgrad von 90 %, beträgt die Primärenergieeinsparung 30-35 %.
Bei einem Vergleich mit einem idealisierten hocheffizienten Energiesystem, bei dem der Strom in einem
GuD-Kraftwerk (Nutzungsgrad: 56 %) und die Wärme in einem Brennwertkessel (Nutzungsgrad 101 % bezogen auf den unteren
Heizwert Huvon Erdgas) bereitgestellt wird, erreicht ein BHKW-Aggregat eine Primärenergieeinsparung,
welche zwischen 7% und 15% anzusiedeln ist. Hierzu muß angemerkt werden, daß dieser idealisierte Vergleichsfall weder
die heutige noch die zukünftige energiewirtschaftliche Realität in adäquater Form abbildet. Daher kann dieser Vergleich die in
der Praxis auftretenden Auswirkungen eines KWK-Zubaus nicht beschreiben. Angesicht der Energieeffizienz dieses
Vergleichssystem ist es jedoch interessant, die KWK an diesem "Bestfall" zu spiegeln, weil dadurch die untere Grenze
des energetischen und ökologischen Vorteils der Kraft-Wärme-Kopplung gegenüber einer getrennten Strom- und Wärmebereitstellung abgesteckt wird.
Markus Gailfuß, BHKW-Infozentrum Rastatt

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