
Dem Unternehmen DIMAG Dieselmotoren AG aus Niederdorf (Schweiz), welche jetzt zur
MENAG-GROUP gehört, ist bei der Entwicklung von Stationär-Gasmotoren ein Quantensprung gelungen.
In Zusammenarbeit mit dem LVV (Laboratorium für Verbrennungsforschung und Verbrennungstechnik), der ETH
Zürich und dem Unternehmen LIEBHERR SA in Bulle sowie mit Unterstützung des Forschungs- und Entwicklungsfonds der
schweizerischen Gasindustrie (FOGA) gelang die Entwicklung eines Gasmotors mit 200 kWel Leistung, welcher bei
geringsten Abgasemissionen einen weltweit erstmals erreichten mechanischen Wirkungsgrad von 42,5 % aufweist.
Zum Einsatz kommt ein 6-Zylinder Reihenmotor mit 9.960 cm3 Hubraum, welcher sich als
Stationärmotor sehr standhaft und zuverlässig erwiesen hat.
Da in verschiedenen Ländern wie z. B. Kalifornien aber auch in manchen Kantonen der Schweiz
verschärfte Abgasemissionsvorschriften herrschen (Stadt Zürich: NOx 50 mg/Nm3) lag das Ziel darin, diese
Grenzwerte deutlich zu unterbieten und trotzdem einen möglichst hohen Wirkungsgrad zu realisieren. Mit einem Magermotor sind
diese Grenzwerte nur durch Reinigung mit einem SCR-Katalysator einzuhalten. Bei Erdgasmotoren wird bis heute der Saugmotor mit
Lambda 1-Verbrennung sowie geregeltem Dreiwegekatalysator eingesetzt. Dieser hat bekanntlich einen geringeren Wirkungsgrad
als ein aufgeladener Magermotor.
Durch die Umsetzung des Konzeptes "Aufgeladener Lambda 1-Motor mit Abgasrückführung und
Dreiwegekatalysator" konnten der gute Wirkungsgrad und geringste Emissionen vereint werden. Bei diesem Konzept wird ein
Turbolader genutzt und ein Teil der Abgase im modifizierten Motor rezykliert, indem dieser nochmals der Verbrennungsluft
beigemischt wird. Das genau dosierte und verdichtete Gemisch enthält weniger Sauerstoff und mehr Inertstoffe (insbesondere
Kohlendioxid) als normale Umgebungsluft. Diese Eigenschaften bewirken, dass bei der Verbrennung des Erdgases im Motor weniger
hohe Temperaturen resultieren, was zu einer Absenkung der
Emissionen führt.
Tabelle 1:
Übersicht über technische Daten des AGR-Moduls
|
NOx |
CO |
THC |
pme |
Wirkungsgrad
|
AGR-Konzept |
|
mg/Nm3
(5% O2) |
g/kWh |
mg/Nm3
(5% O2) |
g/kWh |
mg/Nm3
(5% O2) |
g/kWh |
bar |
% |
|
|
<20
<20 |
< 0,056
< 0,056 |
£
100
£
100 |
£
0,32
£
0,32 |
@
200
@
200 |
@
0,57
@
0,57 |
10
21 |
~ 39,0
~ 42,5 |
AGR, λ=1 mit Katalysator |
|
< 250*
< 250* |
< 0,70
< 0,70 |
£
650
£
650 |
£
2,08
£
2,08 |
£
1000
£
1000 |
~2,85
~2,85 |
12
17 |
~ 36,5
~ 37,0 |
AGR, λ >
1 ohne Katalysator |
* = ½ TA Luft
Die Umsetzung der im Labor erreichten Ergebnisse auf ein Serienaggregat in
Kompaktbauweise erwies sich als schwierige Aufgabe. Die Regelung von Lambdawert und AGR-Rate konnte nur aufgrund einer
Eigenentwicklung des Unternehmens DIMAG sowie der langjährigen Erfahrung der in der Forschung tätigen Mitarbeiter realisiert
werden. Nach einjähriger, ausgiebiger Testphase gingen im Oktober 2001 die ersten Serienaggregate in Betrieb.
Im Langzeittest sowie beim ersten Serienaggregat wurde der angestrebte elektrische Wirkungsgrad
von 38% nachgewiesen. Saugmotoren erreichen einen elektrischen Wirkungsgrad von 32%. Diese Wirkungsgradsteigerung (6%-Punkte)
ermöglicht einen wirtschaftlicheren Betrieb. Die spezifischen Herstellungs- sowie Wartungskosten liegen unterhalb denen eines
vergleichbaren Saugmotors, da diese Leistung von Motoren erbracht werden, die einen doppelt so großen Hubraum aufweisen
und von den Abmessungen her größer sind.
Karsten Lorenz, Menag Energie GmbH (Berlin) / Markus Gailfuß, BHKW-Infozentrum Rastatt