Kassel | 6. April 2017 |

Ende des Fossilen-Einsatzes auch bei KWK-Anlagen in Sicht

KWK. Um das Jahr 2030 dürfen die letzten mit fossilen Brennstoffen arbeitenden Anlagen installiert werden, wenn man die Pariser Klimagas-Ziele einhalten will.

Über den genauen Zeitpunkt und auch über den damit noch tolerierten Temperaturanstieg in der Atmosphäre herrschten zwar Differenzen zwischen verschiedenen Rednern auf der 15. BHKW-Jahreskonferenz, die BHKW-Consult am 4. und 5. April in Kassel abhielt, aber nicht über die grundsätzliche Notwendigkeit, schon bald aus der Nutzung aller fossiler Brennstoffe − also auch Erdgas in KWK-Anlagen – -auszusteigen. Volker Quaschning, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, plädierte für strenge Vorgaben: Wenn man den Temperaturanstieg, wie in Paris vereinbart, auf 1,5 °C begrenzen wolle, dürfe ab 2035 kein Erdgas (und auch keine Kohle) mehr verbrannt werden. Sophie Müller-Godeffroy vom Bundeswirtschaftsministerium nannte als letzten Zeitpunkt für die Neuinstallation von Erdgas-KWK-Anlagen das Jahr 2030, nahm dafür aber einen Temperaturanstieg von bis zu 2 °C in Kauf.

Einig waren sich Beide, dass sich bis dahin die Rolle der KWK ändern müsse. Sie kann dann nicht mehr zur Deckung von Wärmegrundlast eingesetzt werden, sondern muss mit ihrem Betrieb zunehmend die Lücken füllen, die ihr die Erneuerbaren lassen. Wärmenetze bekommen laut Müller-Godeffroy eine zentrale Bedeutung als Infrastruktur. In sie speisen künftig auch vermehrt Wärmepumpen, Geothermie- und Solarthermie-Anlagen ein.

Zeitplan für die KWK-Ausschreibung

Quaschning sieht die KWK künftig als Backup für Stromlücken, wenn Wind und Sonne als Hauptenergieträger nicht zur Verfügung stehen. Dann kommt für ihn eine stromgeführte KWK mit Wärmespeicher zum Einsatz. Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Biomasse oder unter Einbindung von Geothermie hat für ihn dann auch noch eine Berechtigung, KWK auf Basis fossiler Energieträger oder rein wärmegeführt hingegen nicht mehr.

Nächster Schritt in der Berliner KWK-Politik ist die Ausschreibung für den Zuschuss für neue BHKW-Anlagen. Die dazu nötige Verordnung soll laut Müller-Godeffroy im Mai im Kabinett verabschiedet werden und im Sommer in Kraft treten. Die erste Ausschreibung soll es dann Ende des Jahres geben.

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