Rastatt |11. Juli 2018 |

Vaillant stoppt Vertrieb von Mini-KWK-Anlagen

Der Heizgerätehersteller Vaillant steigt aus dem Vertrieb von Mini-KWK-Anlagen aus. Service und Instandhaltung der bereits ausgelieferten Blockheizkraftwerke (BHKW) sollen im Rahmen der vertraglichen Verpflichtungen vollumfänglich gewährleistet werden.

Anfang Juli 2018 hat der Remscheider Heizgerätehersteller Vaillant das Kapitel „Mini-BHKW“ voraussichtlich für immer geschlossen. Der Konzern informierte das BHKW-Infozentrum Rastatt über die Einstellung des Vertriebs von Mini-BHKW-Anlagen. Vaillant hatte zwischenzeitlich vier Mini-KWK-Module auf Basis der Verbrennungsmotoren-Technologie im elektrischen Leistungssegment von 1 kW bis 20 kW im Angebot.

Die Entscheidung, sich zukünftig von der Sparte der Mini-KWK-Anlagen zu trennen, wurde aus strategischen Gründen getroffen. „Kraft-Wärme-Kopplung“, so der Direktor Unternehmenskommunikation der Vaillant Group Dr. Jens Wichtermann, „ist für die weltweit operierende Vaillant Group eine Nischentechnologie, die das Unternehmen nur in Deutschland anbietet. Hier hat sich der Markt in der Vergangenheit nicht wie gewünscht entwickelt.“ Deswegen sei der weitere Vertrieb von KWK für die Vaillant Group in Deutschland nicht mehr attraktiv.

Nach Aussagen von Dr. Jens Wichtermann treibe die Vaillant Group ihre strategische Fokussierung auf Wärmepumpen voran. Ein weiteres Standbein werde auch in Zukunft bewährte Brennwerttechnik und Systeme mit Strom- und Wärmespeichern sowie intelligente Reglertechnologien sein.

Konkrete Auswirkungen für KWK-Kunden

Das Unternehmem Vaillant machte im Gespräch mit dem BHKW-Infozentrum deutlich, dass sie allumfänglich zu ihren Serviceverpflichtungen stehen. „Alle installierten Mini-KWK-Anlagen werden weiterhin in der gewohnten Qualität betreut und Vaillant wird selbstverständlich die nötigen Ersatzteile vorhalten“, so Dr. Jens Wichtermann von der Vaillant Group. Der Service werde über die Dauer der vertraglichen Verpflichtungen aufrechterhalten. Gleiches gelte für Ersatzteile.

Der Vertrieb der Mini-KWK-Anlagen werde sukzessive in den kommenden Monaten auslaufen. Existierende Bestände aus der Produktion der Mini-KWK-Anlagen werden in den Vertrieb übernommen. Im Großhandel werden darüber hinaus nur in Ausnahmefällen die KWK-Geräte eingelagert.

Brennstoffzellen-Aktivitäten temporär eingestellt

Bereits im März 2017 hatte die Vaillant Group erklärt, ihre Entwicklungskapazitäten im Bereich der Brennstoffzellentechnologie zu reduzieren und die Markteinführung des Brennstoffzellenheizgerätes für Einfamilienhäuser bis auf weiteres auszusetzen. Während die Produktsparte der Brennstoffzelle aber nur auf „Hold“ gesetzt wurde, scheint sich der Konzern von der Produktsparte motorischer Blockheizkraftwerke für immer verabschieden zu wollen.

Historie der von Vaillant vertriebenen Mini-BHKW

Die Geschichte der motorischen Mini-BHKW-Anlagen bei Vaillant begann im Jahre 2006. Damals übernahm Vaillant das Unternehmen PowerPlus Technologies mit Sitz in Gera. Als ecoPOWER 4.7 wurde ein leistungsmodulierendes Mini-BHKW mit maximal 4,7 kW elektrischer und 13,8 kW thermischer Leistung im Markt etabliert. Mit dem ecoPOWER 3.0 wurde das Produktportfolio im Jahre 2009 um eine leistungsreduzierte Version mit 3 kW elektrischer Leistung ergänzt. Seit 2011 werden die Mini-Blockheizkraftwerke am Produktions-Standort in Gelsenkirchen gefertigt.

Im Jahre 2012 übernahm das Vaillant-Unternehmen PowerPlus Technologies das von Cogenon vertriebene Powertherm-BHKW mit 20 kW elektrischer Leistung. Auch dieses ursprünglich von Spilling bzw. Miturbo Umelttechnik entwickelte Mini-BHKW zeichnete sich durch seine Leistungsmodulation aus. Bereits im Jahre 2015 wurde seitens Vaillant das ecoPOWER 20.0 in dieser Konstellation aufgegeben. Stattdessen wurde eine vom Unternehmen 2G (Heek) entwickelte 20 kW-Anlage unter dem gleichen Produktnamen vertrieben.

Während andere Heizgerätehersteller für den Einfamilienhausbereich einen Stirlingmotor mit 1 kW elektrischer Leistung anboten, setzte das Unternehmen Vaillant auf eine Mikro-KWK-Anlage mit einem Verbrennungsmotor. Im Jahre 2011 wurde das Mikro-KWK auf Basis eines Honda Verbrennungsmotors mit 1 kW elektrischer Leistung als ecoPOWER 1.0 in das Produktprogramm aufgenommen.

Im Jahre 2012 wurden gemäß der Umfrage des Öko-Instituts Berlin (BHKW-Ranking) rund 1.800 Module der ecoPOWER-Serie verkauft. Seit dem Jahr 2013 entwickelte sich die Nachfrage nach von Vaillant gefertigten Mini-BHKW-Anlagen tendenziell rückläufig und der Markt zeigte sich nach Angaben von Vaillant insgesamt volatil. Bereits Im letzten Jahr (2017) stellte die Vaillant Group den Vertrieb des ecoPower 1.0 ein, da die avisierten Verkaufszahlen nicht erreicht werden konnten.

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