Herrsching | 27. August 2019 |

Wasserstoff als zusätzliche Perspektive für Offshore-Wind

Offshore-Windparks können auf See oder in Küstennähe mit einer Wasserstoffproduktion gekoppelt werden und so neue Potenziale für Erneuerbare Energien erschließen.

„Die Herausforderungen in Bezug auf den Klimawandel erfordern einen beschleunigten Markthochlauf der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie“, machte Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium am 26. August in Cuxhaven deutlich. Auf einer von der Clusteragentur Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) und der Stiftung Offshore-Windenergie initiierten Veranstaltung zum Potenzial von „grünem Wasserstoff“ sprach sich Ferlemann für den Bau von künstlichen Inseln neben Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee aus, auf denen der erzeugte Strom direkt in umweltfreundlichen Wasserstoff umgewandelt werden könne. „Zur Erreichung der Klimaschutzziele brauchen wir bereits bis 2030 Null-Emissions-Fahrzeuge im Millionenbereich“, so Ferlemann. Hinzu kämen die industriepolitischen Potenziale der Technologie für den Wirtschaftsstandort Deutschland. „Wir wollen die Etablierung eines Leitmarkts in Deutschland und eine starke Position auf dem Exportmarkt“, betonte der Staatssekretär.

Der niedersächsische Energie- und Umweltminister Olaf Lies (SPD) stellte klar, dass er Niedersachsen zur Drehscheibe und zum Mittelpunkt der zukünftigen Wasserstoffwirtschaft machen wolle. „Dafür ist es wichtig, Leitplanken zu setzen und die Potenziale dieser Technologie zu nutzen“, sagte Lies, der sich zugleich für eine bundesweite Wasserstoffstrategie aussprach. Eine auf grünem Wasserstoff basierende Energiewirtschaft sei der Schlüssel für Deutschlands industrielle Zukunft, so der niedersächsische Umweltminister.

Auch Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) machte deutlich, dass der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft neben der ökologischen Bedeutung auch eine wesentliche ökonomische Dimension habe. „Die Etablierung neuer Wertschöpfungsketten wird zu neuen Geschäftsfeldern bei Bestandsunternehmen, Neuansiedlungen von Unternehmen und Unternehmensgründungen in der Region führen“, so der ehemalige Siemens-Manager. Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen könne zudem ein positiver sozialer Effekt erzielt werden. „Der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft ist eine wirtschafts- und strukturpolitische Chance, die zügig ergriffen werden muss“, so Westhagemann in Cuxhaven.

Gegenwärtig stimmen die norddeutschen Küstenländer eine“Norddeutsche Wasserstoff-Strategie“ ab, um zum Vorreiter beim Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft zu werden. Die Offshore-Windenergie biete dafür die entscheidende Grundlage. Um eine solche Vision Realität werden zu lassen, hat das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) bereits Unterstützung signalisiert und will entsprechende Flächen für die Wasserstofferzeugung und Speicherung auf See auszuweisen.

Die beiden Geschäftsführer der Veranstalter, Jan Rispens (EEHH) und Andreas Wagner (Stiftung Offshore-Windenergie) waren von der enormen Resonanz der Veranstaltung mit rund 200 Teilnehmern begeistert. Dies zeige, welche große Relevanz, die Wasserstofftechnologie für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien habe. Allerdings müsse die Offshore-Windenergie weiter ausgebaut werden, damit das Ziel der Bundesregierung bis 2030 den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix auf 65 Prozent zu steigern noch erreicht werden kann.

KWK 2019 – Industrieller und kommunaler KWK-Einsatz
KWK 2019 – Industrieller und kommunaler KWK-Einsatz

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