Blockheizkraftwerke in Hallenbädern und Freibädern

 

Anwendungsfeld Freizeitbad (Bildquelle: mareandmare - Fotolia)In Deutschland existieren rund 4.500 Hallenbäder und 3.400 Freibäder, wobei die Tendenz aufgrund der angespannten Haushaltslage der Kommunen eher fallend ist.

Von den Freibädern sind ca. 70 % mit einer Wassererwärmungsanlage ausgestattet. Hierfür eignen sich insbesondere solarthermische Anlagen. In einigen Fällen kann auch ein mobiles BHKW zum Einsatz kommen, welches im Winter z. B. ein Verwaltungsgebäude beheizt. Während vor einigen Jahren für mobile BHKW-Aggregate noch Probleme hinsichtlich der Inanspruchnahme der im Mineralölsteuergesetz enthaltenen Vergünstigungen für stationäre Anlagen existierten, können seit 1999 BHKW-Anlagen ohne größere bürokratischen Probleme abwechselnd an zwei Orten betrieben werden. Insgesamt wird die Wärmebereitstellung in Freibädern durch BHKW-Anlagen aber eher eine Seltenheit darstellen.

Ein sehr geeignetes Anwendungsfeld bietet sich dagegen bei Hallen- und Kombibädern. Der in diesem Bereich anzutreffende kontinuierlich hohe Jahreswärmebedarf, welcher in Abhängigkeit von der Bauweise und dem Baujahr des Hallenbades zwischen 1.300 kWh und 3.100 kWh je Quadratmeter Wasserfläche anzusiedeln ist, bieten ideale Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen BHKW-Betrieb. Bei einer durch rationelle Energietechniken (u. a. Wärmerückgewinnung) erreichbaren durchschnittlich benötigten Wärmemenge von weniger als 2.000 kWhth/(m2*a) beträgt das wirtschaftliche BHKW-Gesamtpotenzial für Hallen- und Kombibäder nach einer Potenzialstudie 180 MWel. Dabei können hohe Nutzungsdauern von 5.000 Stunden bis 7.000 Stunden realisiert werden.

Aufgrund der besonderen Eignung für einen BHKW-Einsatz ist ein Großteil (rund 65%) des Potenzials bereits realisiert. Insbesondere kommunale Energieversorger nutzten die in Hallen- und Kombibäder installierte BHKW-Leistung in früheren Jahren auch zur gezielten Spitzenlastabdeckung. Wegen der in den Schwimmbecken enthaltene großen Wassermenge konnte die Wärme ohne die Installation eines Notkühlers abgeführt werden. Aufgrund der massiv gesunkenen Vergütungen für Strom zu Spitzenlastzeiten nach der Energiemarktliberalisierung ist dies derzeit wirtschaftlich nicht mehr interessant.

Markus Gailfuß, BHKW-Infozentrum Rastatt

Die Öffentlichkeitswirksame Realisierung einer BHKW-Anlage in einem Freizeitbad wurde im September 2005 zum „BHKW des Monats“ gekürt. Weitere Infos zu diesem Projekt erhalten Sie hier.

 

Beispielhafte BHKW-Projekte in Hallen- und Freibädern:

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